Aber­mals Ver­kaufs­über­hang

In der Berichts­wo­che Nr. 23 vom 01. bis 05. Juni gene­rier­ten die von uns für den News­let­ter erfass­ten Ver­mö­gens­ver­wal­tun­gen einen Wochen­um­satz in Höhe von 2,00 Mio. Euro. Davon ent­fie­len 0,91 Mio. Euro auf Käufe und 1,09 Mio. Euro auf Ver­käufe. Damit sehen wir die zweite Woche in Folge einen ver­hält­nis­mä­ßig gerin­gen Ver­kaufs­über­hang.

Für die Umsätze pro Kate­go­rie erga­ben sich in der ers­ten Juni­wo­che fol­gende Zah­len: Anlei­hen kamen auf 1,23 Mio. Euro und im Akti­en­seg­ment ent­stand ein Han­dels­vo­lu­men in Höhe von 0,77 Mio. Euro. Wäh­rend bei Aktien das Kauf­vo­lu­men über­wog, hat­ten bei Anlei­hen die Ver­käufe das höhere Gewicht.

1-​​Monats-​​Favoriten

Die 5 meist­ge­kauf­ten Aktien der letz­ten vier Wochen WKN
1.Nestlé S.A. A0Q4DC
2. Rhein­me­tall AG 703000
3.Asm Int Rg 868730
4.Deere & Co. 850866
5. GB Group plc 914859

ASM Inter­na­tio­nal

ASM Inter­na­tio­nal stellt Anla­gen her, die man für die Chip­her­stel­lung etwa bei TSMC oder Intel, benö­tigt. ASMI ist Welt­markt­füh­rer bei Anla­gen für die Ato­mic Layer Depo­si­tion bzw. Atom­la­gen­ab­schei­dung – also in die­sem Ver­wen­dungs­kon­text für das Auf­tra­gen von Schich­ten in Atom­di­cke auf Halbleiter-​​Substrate (Wafer) in dafür geeig­ne­ten Reak­to­ren. Das ist wie­derum essen­ti­ell für die Her­stel­lung drei­di­men­sio­na­ler Tran­sis­to­ren kleins­ter Größe, die wir im News­let­ter für Woche 15 im Kon­text der Intel-​​Aktie beschrie­ben.

Der Kurs der Aktie von ASM Inter­na­tio­nal hat – nach­dem er zuvor ange­stie­gen war – in der zwei­ten Hälfte der Berichts­wo­che nach­ge­ge­ben, aber nur ver­hält­nis­mä­ßig leicht. Damit hat die Aktie die vom Broadcom-​​Kurssturz aus­ge­löste Bran­chen­be­we­gung nur sehr gedämpft mit­voll­zo­gen.

Den Anga­ben von Mar­ket Scree­ner zufolge rate­ten die Aktie in jün­ge­rer Zeit 12 Ana­lys­ten als Kauf, 4 bewer­te­ten sie mit Auf­sto­cken, 3 mit Hal­ten und einer mit Ver­kau­fen. Das mitt­lere Kurs­ziel liegt dem­nach bei knapp unter 926 Euro – bei einem aktu­el­len Kurs von 896 Euro. Berück­sich­tigt man jedoch den sys­te­ma­ti­schen Buy– und Kursziel-​​Bias der Ana­lys­ten, dann dürfte der faire Kurs eher bei um die 800 Euro lie­gen und die adäquate durch­schnitt­li­che Bewer­tung näher bei Hold (siehe „Titel im Focus“).

3-​​Monats-​​Favoriten

Die 5 meist­ge­kauf­ten Wert­pa­piere der ver­gan­ge­nen drei MonateWKN
1.Alpha­bet Inc. –C– A14Y6H
2.Micro­soft Corp. 870747
3.Nestlé S.A. A0Q4DC
4.Asm Int Rg 868730
5.Wal­mart Inc. 860853

Micro­soft und Broadcom-​​Effekt

Die Microsoft-​​Aktie hat in der Berichts­wo­che nach einem zuvor erfolg­ten kräf­ti­gen Kurs-​​Anstieg deut­lich ver­lo­ren. Am Mitt­woch, 27. Mai, lag der Kurs der Aktie bei rund 413 USD; bis Mon­tag, 1. Juni, war sie auf 461 USD ange­stie­gen. Das ent­spricht einem Preis­an­stieg von 11,6 Pro­zent. Am Ende der Berichts­wo­che, am Frei­tag, 5. Juni, lag sie wie­der bei 417 USD. Das ent­spricht einem Kurs­rück­gang von 9,5 Pro­zent.

Noch stär­ker war die­ses Pro­fil bei der Broadcom-​​Aktie aus­ge­prägt: zwi­schen dem 27.5. und 2.6. stieg deren Kurs um 14 Pro­zent, zwi­schen dem 2.6. und dem 5.6. fiel er um 20 Pro­zent. Aus­lö­ser die­ses Kurs­stur­zes war die Ver­öf­fent­li­chung der Q-​​2-​​Daten und des Q-​​3-​​Ausblicks von Broad­com.

Ins­be­son­dere der Umstand, dass das Manage­ment die Pro­gnose für Q3 nicht ange­ho­ben hatte sowie eine weni­ger eupho­ri­sche Mar­gen­er­war­tung hoben Kom­men­ta­to­ren als Aus­lö­ser des dann fol­gen­den Kurs­stur­zes her­vor. Das hat sich auf die gro­ßen KI-​​nahen Titel – aber nicht alle, siehe ASM Int. – fort­ge­pflanzt und zu einem Ein­bruch in die­sem Risi­ko­seg­ment geführt.

Davon war dann auch Micro­soft – über Azur ein soge­nann­ter Hyper­s­ca­ler – betrof­fen.

Mit fun­da­men­ta­len Fak­to­ren lässt sich aber das eben beschrie­bene kurz­fris­tige Kurspro­fil des betrof­fe­nen Markt­seg­ments allen­falls zum Teil erklä­ren. Viel­mehr waren Exper­ten­be­rich­ten zufolge dafür wohl haupt­säch­lich Ent­wick­lun­gen am Derivate-​​Markt ver­ant­wort­lich, wo sich kurz­fris­tig eine spe­ku­la­tive Blase auf­ge­baut hatte, aus der nach Broadcom-​​Zahlen die Luft ent­wich.